Helmut Hannig - Der Hase der Tee trinkt

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Landschaften meiner Oden

- Oden meiner Reisen -
Gedichte aus Kindheit und späteren Jahren
Clio-Verlag, Konstanz
159 Seiten, mit Abbildungen, ISBN 978-3-00-002670-6
€ 14,-- VK

Auszug aus dem Vorwort von Prof. Dr. med. Dr. theol. Andreas Beck

» Wer schreibt denn heute noch Oden? Ist dies nicht ein Anachronismus, das Alte und längst Vergangene wieder hervorzuholen, wo doch diese Literaturgattung längst ausgestorben erscheint? So ist es aber nicht. Es gibt scheinbar unerschöpflich in unseren Reihen Autoren wie Helmut Hannig, die liebevoll und feinbeobachtet die oft so dumpfe Umwelt schildern und ihr einen neuen Sinn geben, ganz einfach dadurch, dass sie in kunstvoller Sprache Alltägliches lesenswert, liebenswert und lebenswert machen.
So beschreibt er retrospektiv seine ersten literarischen Versuche, Oden ins gedruckte Leben zu entlassen, mit folgenden Sätzen: „Wankenden staksigen Trittes – einem Füllen gleich, taumelst du ins Dasein, spielend und kess wie die Laune der Jugend, Funke des Gedankens“.
Aber die Sätze wurden griffiger und nahezu malerisch wird mit wenigen Strichen aus der täglichen Beobachtung ein äußerst farbiges impressionistisches Sprachgemälde, vor dem man unwillkürlich stehen bleibt und das zu einem spricht. Schon bei den ersten Gedichten wird klar, dass nicht der Intellekt oder gar nur der physiologische Hörapparat mit angeschlossenen Hirnwindungen gesucht werden, sondern das Wesentliche, viel tiefer Liegende: Man meint, das schwache Stimmchen des kleinen Prinzen von Saint Exupery zu hören: »Man sieht nur mit dem Herzen gut.«
Ein Literat heißt eigentlich im ursprünglichen römischen Wortsinn einer, der Botschaften zu den anderen trägt. Es ist diesem Autor gelungen, Augen zu öffnen für Kleines und trotzdem Wesentliches, Ohren zu öffnen für die Schönheit unserer Sprache und Botschaften zu überbringen, die sich an einen besonderen Teil unseres menschlichen Daseins heften, nicht an den Körper, nicht an den Geist, sondern an die Seele.(...)«

Textbeispiel:

Ode an das Salz
In ozeanischen Tiefen
wachsen deine Wurzeln
Salz,
blutet dein Herz
aus den Dunkelheiten der Erde,
und anfüllt
den flüssigen Leib,
die gewaltige Welle
des Meeres,
mit seinem astralen Funkeln
seinem stummen Gesang.

Salz,
was ist dein Geheimnis,
die Rezeptur
deiner Transparenz.
An den Ufern
des Flusses von Tränen
körntest du hin
die Mäander der Trauer
die Standarte der Freude.
Keine Läuterung
ohne die Kraft des Salzes,
und wärest du nicht Salz – Salz,
kein Haupt neigte sich,
keine Hand
würde dich bergen,
dich streuen
mit der Ehrfurcht
deines Gewichtes;

und da
du hingibst die Makellosigkeit
deiner innersten Essenz,
verleihst du –
Licht gewordenes Element
kristallinen Schnees,
der Tomate, der Kartoffel,
allen Speisen
des Meeres Sturmsegel,
getrennt
von der Welle Krönung
die Würze.


Von den 53 Oden - Auszüge des Inhaltsverzeichnisses:

Ode an die Weisheit; Ode an den Kuss; Ode an die Banalität; Ode an den Frühling;
Ode an das Feuer; Ode an das Meer; Ode an das Buch; Ode an das Brot; Ode vom Bambus;
Ode an Venedig; Ode an Workuta; Ode an den Olymp; Ode an Mani; Ode an die Oden von ‚Pablo Neruda’; Ode an die Venus von Milo; Ode an Sappho usw.

 

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